Autonom – Eine schlimme Phase ist überstanden

Wie man an diesem Blog unschwer erkennen kann, „erziehen“ wir unsere Motte sehr selbstbestimmt und hoffen, dass sie eine selbständige, willensstarke erwachsene Motte mit  einer großen Portion Selbstgefühl (nach Jesper Juul) wird. Wir sind also sehr stolz auf unsere Maus, so viel vorweg. Im Alltag sollten wir uns nun wahrscheinlich nicht wundern, dass  die von uns so sehr erhoffte Willensstärke auch mal zu Herausforderungen führt.  Ich schreibe hier mit etwas Abstand von den schwierigen letzten Wochen, die wirklich eine Herausforderung für die gesamte Familie war. Auch die Großeltern, die relativ weit weg wohnen, wurden nicht verschont; sie haben uns zum Glück ein wenig entlasten können.

Motte lebte schon  immer in Phasen, wie in „Oje, ich wachse“, von  Hetty van de Rijt beschrieben. So gab es im ersten Jahr Wochen ohne Weinen und dann wieder wochenlang wütendes Geschrei. So ging es im zweiten Jahr im Grunde auch weiter. Kurz vor den Weihnachtsferien, als wir alle urlaubsreif waren, wurden wir von der ersten heftigen Autonomie-Welle überrollt. Alles war schwierig, Motte hatte einen Wutanfall nach dem anderen. Es ging los beim Abholen von der KiTa , an Einkaufen am Nachmittag war nicht zu denken. Die obligatorische Laufradtour wurde begleitet von ständigem Gebrüll und Auf-der-Strasse-liegen, weil Mama mal wieder in eine andere Richtung oder nicht auf der Strasse fahren wollte. Wir versuchten alles mögliche, frühes Abholen von der KiTa, freie Tage und ruhige Tage, aber je mehr Zeit ich mit Motte verbrachte umso häufiger gerieten wir auch aneinander. Die Brüllattacken kamen häufig überraschend und dauerten nicht selten länger als 20 Minuten an. Motte ist dann völlig außer sich und lässt niemanden an sich heran. Es ist unmöglich ihn zu trösten und mir bricht es das Herz, dass ich ihm nicht helfen kann.

Das einzige was ein bisschen hilft ist das ich mir ins Gedächnis rufe: es ist nur eine Phase.
Und so war es dann auch: während der Weihnachtsferien hatten wir viel Trubel und Besuch und Motte war so gut drauf, wie selten. Wichtig ist dann die Phase bewusst zu geniessen, denn auch sie hört wieder auf. Inzwischen sind wir schon im neuen Trotz – entschuldigung, Autonomie-Schub.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s