Stillstart mit dem zweiten Baby

Im Dezember 2015 bekamen wir unseren zweiten Schatz. Termingerecht, stark und gesund durfte er sehr romantisch im Geburtshaus das  Licht der Welt erblicken. Wir haben sofort gestillt und haben wenige Stunden später schon im eigenen Bett gekuschelt. Das Stillen klappte super, aber die Schmerzen waren wieder da.
Vorerst half auch kein Magnesium (Raynaud-Syndrom), was mich sehr verunsicherte. Bei der Motte hatte ich dies  nach ca. 8 Wochen erkannt und die Schmerzen waren weg. Hier hatte ich davon berichtet. Auch dieses Mal konnten die Hebammen kaum helfen. Ich muss es an dieser Stelle einfach noch mal sagen: nicht jede gute Hebamme ist eine gute Stillberaterin, was überhaupt nicht schlimm ist, solange sie ihre Frauen über Stillberatungen der La Leche Liga oder IBCLC aufklärt; finde ich.
Am Ende haben wir uns auch dieses Mal selbst durchgeboxt. Ich habe mir zusammengereimt, dass die Schmerzen von einer Kombination aus Babys „Fluchtkinn“ , das sich aber noch ausbildete, und meinem Reynold Syndrom herrührten.
So hielten wir weiter durch und es wurde von Woche zu Woche langsam besser. Auch sehr geholfen hat Heilwolle (wiederum ein Tipp der Hebamme).

Neu dazugekommen ist der Milchstau. Scheinbar reagiere ich relativ schnell auf Stress.
Der erste Milchstau wurde eine Brustentzündung und das passierte noch im Wochenbett. Zum Glück, würde ich sagen, denn so hatten wir die Hebamme noch regelmäßig zu Besuch. Nach 24 Stunden stillen und kühlen (Quarkwickel nach dieser wunderbaren Anleitung)  im Wechsel und viel Ruhe ging es besser.Auch geholfen hat Mercurialis Perennis von Weleda.
Mit zwei Kindern ist doch einiges anders und der Große musste gerade während des Wochenbetts zurückstecken.  Das stresste mich am meisten, aber inzwischen sind wir alle sehr viel entspannter.

Eine weitere neue Erfahrung auf die ich gut hätte verzichten können, war eine direkte Folge des Milchstaus/Brustentzündung: der Kurze nahm ab. Scheinbar wurde meine Milch weniger. Ich nahm dann  Dr. Pandalis Aktivierter Bockshornklee (z.B. hier) und legte wieder sehr häufig an. Nach 2 Tagen war alles wieder gut. Auch hier half die Hebamme. Sie machte mir Mut und sagte, dass es keinen Grund gäbe wieso die Milchmenge nicht wider zunehmen sollte, denn bis zum Milchstau hatte der Kurze immer sehr gut zugenommen. Zuversicht und Vertrauen in die Natur und den eigenen Körper waren für mich in dieser Situation am wichtigsten und auch am schwierigsten zu bewahren. Es klingt banal, aber ich brauche hier den Zuspruch von außen sehr – dem Mann gebührt hier auch ein dickes Lob.
Was mir überhaupt nicht gut tut in solch einer Situation sind Kinderärzte, die sofort zufüttern wollen, weil „ein Fläschchen schließlich nicht schadet“. Ich kann mir auch sehr gut vorstellen, dass ich damit nicht allein bin. Oft fehlt Ärzten , zumindest denen, die ich kennengelernt habe, hier die Weitsicht. Die Produktion der Muttermilch muss durch häufiges Anlegen  des Säuglings angeregt werden, ist das Baby satt vom Fläschchen passiert das unter Umständen nicht, und die Milch wird weniger.
Natürlich muss man immer abwägen und genau hinschauen wie es dem Baby geht, aber ich habe die Erfahrung gemacht, das Hebammen hierfür unerlässlich sind, weil sie die Gesamtsituation viel besser einschätzen können (vielleicht auch wollen) und weil sie Mutter und Baby als Einheit betrachten.
Natürlich gibt es viele Mütter, die mit der sogenannten Zwiemilch – Ernährung, also Flasche und stillen glücklich sind, aber für mich war das nicht der gewünschte Weg. So bin ich sehr froh, dass wir auch den Zweiten „Milcheinbruch“ überstanden haben:

Die ganze Familie wurde von der Grippe erwischt, ja alle gleichzeitig. Mich erwischte es am Schlimmsten und nach 5 Tagen Fieber und wenig Essen (ich musste mich zum Essen zwingen) ging die Milch wieder zurück und der Kurze trank schlecht. Er nahm wieder ab. Hier stand uns zum Glück  auch wieder die Hebamme zur Seite (obwohl das Wochenbett vorbei war). Sie riet zum vollen Programm: mindestens alle 3 Stunden stillen, oft die Seite wechseln und nach jedem Stillen pumpen und dem Kurzen die gepumpte Milch geben. Ergiebig war das Pumpen zunächst nicht, aber auch hier half wieder der Zuspruch von Außen. Auch der Kinderarzt half: statt zu wiegen und zum Zufüttern zu raten, sah er sich das kleine Kerlchen genau an, sah wohl dass er trotz Schnupfen und Husten stark war und verschrieb ohne zu zögern eine Pumpe.
Auch hier war nach 2 Tagen der Spuk vorbei und der Kurze trinkt wieder wie ein Weltmeister.

Gelernt habe ich auch dieses Mal wieder sehr viel, aber vor Allem: Hebammen sind unersetzlich! Ich hoff sehr, dass meine potenziellen Enkel nicht ohne diesen Berufstand auskommen müssen. Und dass sich die Situation für die Hebammen bald verbessert.

Susanne Mierau von Geborgen Wachsen hat vor einiger Zeit einen schönen Beitrag zur Wichtigkeit der Hebammenbetreuung verfasst.

 

 

 

 

 

 

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