Baby Led Weaning

Der Anfang

Es war Motte, die uns auf BLW aufmerksam gemacht hat. Mit ca 6 Monaten lutschte er sein erstes Stück Banane.

Zunächst fingen wir allerdings auch mit Brei an. Ich stampfte Kartoffeln und pürierte Gemüse und Hackfleisch. Motte verschlang das Zeug, richtete beim Essen allerdings die größtmögliche Sauerei an: er griff erst in den Löffel dann nach dem Löffel und führte ihn dann in sein Gesicht. Zudem fühlte es sich für mich einfach nicht richtig an ihn zu füttern.

Ich stolperte dann auf „Einmal Breifrei bitte“ von Loretta Stern und Eva Nagy. Ein wunderschönes Busch über Baby Led Weaning im Alltag. Es liefert viele gute Tipps wie man seinem Kleinen unkompliziert und ohne großen Aufwand feste Nahrung nahebringen kann. Inzwischen ist das ultimative BLW Buch „Baby-led Weaning. Das Grundlagenbuch“ von Gill Rapley &Tracey Murkett auch auf deutsch erschienen. Dies hab‘ ich selbst nicht gelesen. Uns hat der erweiterte Erfahrungsbericht Einmal breifrei bitte völlig ausgereicht, denn eigentlich ist BLW weder kompliziert noch besonders neu.

Wir haben zu Anfang alles in Pommes-Form geschnitten, sodass die Motte es gut mit der Faust greifen konnte und es oben noch herausgeguckt hat. So gab es jedes Gemüse und auch ab und zu Fleisch zum lutschen. Unter der Rubrik Rezepte findet ihr gesunde, zuckerfreie und somit BLW taugliche Gerichte. Der Clou am BLW ist, dass die ganze Familie zusammen ist anstatt erst das Baby zu füttern und dann zu essen oder dergleichen. Alle essen das gleiche, was für uns bedeutete, dass wir unsere Ernährung schon ein wenig umstellen mussten: kaum Salz, viel Gemüse, wenig Fleisch. Das tat uns aber nur gut!

Wir hatten riesig Spaß Motte beim Erforschen seines Essens zuzuschauen. Das Abendessen wurde zum entspannendsten Teil des Tages. Papa und Mama quatschten und amüsierten sich über den Nachwuchs und dieser wiederum war für eine relativ lange Zeit beschäftigt und völlig zufrieden.

Baby Led Weaning und Stillen

Ich stillte besonders in der Anfangszeit im Grunde noch voll weiter. Zumindest die Häufigkeit der Stillmahlzeiten änderte sich nicht. Ständig fragten uns Mütter aus unserer Krabbelgruppe/PEKIP etc. ob oder wie viele Stillmahlzeiten wir schon ersetzen würden. Diese Art der „Entwöhnung“ lag uns aber völlig fern; das Ziel war nicht möglichst schnell abzustillen. Im Gegenteil wir empfanden es als natürlichen und somit für den für uns richtigen Weg Motte entscheiden zu lassen wann und wie viel er stillen bzw. essen möchte. Insofern war speziell der Anfang sehr unkompliziert, denn wenn Motte etwas nicht mochte oder auf etwas gekochtes gerade keine Lust hatte, wurde eben mehr gestillt. Jedenfalls denke ich, dass es so war, denn er war am Ende immer zufrieden – wie viel er trank konnte ich schließlich nicht sehen.

Motte war ein guter Esser, als ich wieder Arbeiten ging. Er wahr 8 Monate alt, als Papa zu Hause blieb. Nun stillte ich nachts, morgens abends und mittags trafen wir uns bei der Arbeit. Über den Tag bekam er zusätzlich 3-4 Mahlzeiten angeboten. Nun merkten wir schnell, dass er weniger trank. Nach kurzer Zeit schlief er sogar 6-7 Stunden durch. Mittags wollte er im Grunde nicht mehr Stillen, sodass wir Treffen bald einstellten. Mit ca. trank er keine gepumpte Milch mehr und ich hörte auf zu pumpen.

Tipps und Anregungen für BLW gerechtes Essen

BLW

Für die kleinen Kniffe, die einem das Leben erheblich erleichtern ist die erwähnte Literatur gut. Essentiell für uns waren die folgenden Dinge:

  • eine Routine zum Aufräumen etablieren
    • wir legten immer Zeitung unter Mottes Hochstuhl. So konnten wir am Ende sehr einfach alles zusammen räumen und entsorgen.
  • Nie mehr Sauerei zulassen als man in der jeweiligen Verfassung im Stande ist zu tollerieren.
  • Unterwegs und bei Freunden hatten wir einen aufgeschnittenen Müllbeutel dabei.
  • Zum auswärts Essen gingen wir in unsere Stammlokale, die für Motte immer gerne Gemüse in Pommes geschnitten haben.
  • Pfannkuchen mit Mandelmus oder Apfelmus (pure Apfelgläschen) gingen immer gut. Aus 100% Dinkelvollkornmehl auch sehr gesund. Anfangs  nahmen wir Sojamilch, inzwischen Kuhmilch.
  • Äpfel oder harte Birnen haben wir in wenig Wasser angeschwitzt, bis Motte seine ersten Backenzähne hatte.
  • Wir schafften uns einen Brotbackautomaten an. Damit backen wir heute nicht Dinkelvollkornbrot mit minimaler Salzmenge und ohne Zucker (anders als vom herkömmlichen Bäcker).
  • Mit Nussmusen (Mandel, Cashew, später auch Misch) waren wir uns sicher, dass er alle Nährstoffe bekam, die er brauchte. Auch wenn Brokkoli und co nicht immer so gut ankamen (manchmal aber doch).
  • Süsse Gemüsesorten mochte Motte meist gerne (Kürbis, Süsskartoffel)
  • Bolognese wurde ersetzt durch Mettbällchen in Tomatensause.
  • Auf Eintöpfe und gemischte Speisen in jeglicher Form verzichten wir bis heute. Da stochert der Kleine nur unzufrieden drin rum.

 Und so geht es weiter

Stillen tun wir noch heute (18 Monate). Ein guter Esser ist er immer noch. Seine Vorlieben ändern sich täglich. Am einen Tag fasst er Zwetschgen nicht an am nächster verschlingt er sie („immer wieder anbieten“ heisst es auch in „Einmal breifrei bitte“) . Noch nie haben wir uns Sorgen gemacht, dass er zu wenig Essen könnte. Nicht weil er ausnahmslos viel isst sondern weil er uns gezeigt hat, und das ist der Kern, dass wir ihm vertrauen können, dass er sich nimmt, was er braucht. Eine Zeit lang verschlingt er riesigen Mengen (Wachstumsschub) und dann bekommt er zeitweise kaum einen Bissen herunter (Zahnen). Er entwickelt sich prächtig, und im Bekannten und Familienkreis ist es schon fast lästig, wie sehr er von allen beim Essen bewundert  wird.

N.B.: Übrigens gibt es inzwischen auch Brei: Hirsebrei mit Milch und Früchte oder Müsli mit Sojajoghurt. Aber nur weil Motte ihn  inzwischen selbst löffeln kann 😉

Rezepte

Praktisch: Stokke Table Top http://www.stokke.com/DEU/de-de/w/accessories/152100.html schont den schicken Esstisch und begrenzt Schlachtfeld ein wenig.

Gleiches funktioniert bestimmt auch mit einem herkömmlichen Hochstuhl mit Tablett, aber wir fanden/finden es immer schön, dass Motte direkt mit uns am Tisch sitzen konnte.

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