Motte und das Picky Eating

DSC_0094 copyAls ich wusste, dass ich mit der Motte schwanger war, fing ich an meine Ernährung zu überdenken und las fiel im Internet über gesunde Ernährung. Ich aß „clean“ verzichtete weitestgehend auf Fertiggerichte. Kochte und backte „from Scratch“, wie ich es nannte. Also ohne Zusätze. Ich fand die wunderbaren Green kitchen stories und später auch die großartige Carrots for Claire . Als wir mit fester Nahrung anfingen, las ich viel  über Eltern, die Baby Led Weaning praktizierten. Eines schienen alle diese Eltern gemeinsam zu haben:  ihre zauberhaften Kinder waren begeisterte Allesesser. Das wollte ich auch! Und es klang so logisch: ausschließlich Nährstoffreiche Gerichte anbieten und sich entspannen.

Bei uns schien trotzdem alles anders zu laufen: Motte war ca 2 Jahre ein begeisterter „Allesundvielesser“. Dann allerdings wurde er picky, wie man so schön sagt. Mit ca. 3 Jahren hatte ich das Gefühl, er isst fast nichts mehr außer Müsli mit Kuhmilch. Er verschmähte immer mehr, ich konnte es ihm beim Kochen nicht recht machen und das war sehr frustrierend. Bei jedem Essen das gleiche Prozedere: er sieht seinen Teller und sagt : „Ich will Müsli“. Meine Reaktion darauf war Tagesform abhängig. Wenn ich mir richtig viel Mühe in Form von Gedanken darüber gemacht hatte, was er mag und dann tunlichst alles andere extra gekocht hatte konnte ich schonmal recht frustriert reagieren. An anderen Tagen, wenn ich es vielleicht mit einer Gemüsepfanne darauf angelegt hatte, fing ich keine lange Diskussion an sondern stellte ihm das Müsli widerstandlos auf den Tisch. In der KiTa aß er laut Erziehern übrigens immer recht gut. Zuhause aß er also gefühlt über ein Jahr lang Müsli mit Milch, Kuhmilch, gegen deren gelegentlichen Verzehr ich nichts einzuwenden habe, als einzige Mahlzeit morgens und abends zweifelte ich aber am Nutzen.

Wir blieben (meistens) entspannt (siehe oben), weil wir das Gefühl hatten alles andere, sprich jeder Druck oder Zwang, vermiest ihm das Essen gänzlich und schließlich gibt es Schlimmere Essgewohnheiten als Müsli mit Milch. Bei besagtem Müsli handelte es sich im letzten Jahr immerhin um eine gute Biomarke, die ohne Zusätze wie Zucker auskommt. Dieses Müsli streckten wir meistens noch mit Haferflocken. Aber diese Phase zog und zog sich und ich verzweifelte schon ein wenig.

Seit Kurzem scheint es nun endlich langsam bergauf zugehen. Ich wage es kaum auszusprechen, aber das Kind fängt wieder an zu essen. Und dank Wachstumsschub hört es manchmal gar nicht mehr auf.Ich weiß nicht woran es liegt, aber ich blicke zurück und sehe, dass wir diese Zeit verhältnismäßig gut gemeistert haben.

Meine Rettung war Carrots for Claire , also ihr Blog und ihre Rezepte. Was Motte nämlich außer Müsli noch außerordentlich gerne zum Frühstück aß ist dieser Chia-Pudding in einer abgewandelten Version: Himbeeren oder andere Beeren mit Banane, einem TL Chia und selbstgemachter Mandelmilch. Das rettete mein Mamaherz, denn diese Bowl war sogar basisch und war somit ein schöner Gegensatz zum säurebildenden Müsli. Glücklicherweise aß er auch immer gerne Obst und manchmal sogar ein wenig Gemüse als Rohkost (meist nur in der Küche bei den Vorbereitungen und am Tisch mochte er es dann nicht mehr). Dank Carrots for Claire waren nun auch alle meine Bäckereien gesund und die wurden bis zum Schluss immer schnell verputzt.

Ich weiß nicht was die Gründe für das Essverhalten meiner Motte sind und waren. Und das verunsicherte mich. Ich gehe den Dingen gerne auf den Grund um sie dann zu ändern und das ist bei Kindern nunmal nicht immer die richtige Herangehensweise, das muss ich noch verinnerlichen.

Rückblickend kann ich sagen, das wir diese Phase des Picky Eatings gut überstanden haben und ich würde es immer wieder so machen wollen (wer weiß was noch kommt).

Abschließend sei noch zu sagen, dass ich gerade vor Kurzem einen Durchhänger hatte. Das Brüderchen isst seit Einführung der festen Kost am liebsten Brot (selbstgebacken) mit Mandelmus und kaum Gemüse. So hatte ich wenig Spaß am Kochen ich ließ auch meine Ernährung schleifen. Just als ich das änderte, weil es mir selbst damit nicht gut ging, fingen die Kinder auch wieder an besser zu essen. Ich koche nun wieder vorwiegend für mich ohne zu sehr darauf Rücksicht zu nehmen, was jeder einzelne mag. Dabei habe ich mich von meinen heißgeliebten One Pot Gerichten verabschiedet und versuche weitestgehend einzelne Komponenten anzubieten. Ich mache bei Kochen und in der Vorbereitung also alles, was keinen wirklichen Mehraufwand bedeutet und was mir schmeckt. Die Kinder nehmen sich davon, was sie mögen und seit Kurzem wird das wieder immer mehr.

Ich kann euch nicht sagen, wie erleichtert ich bin, dass das Thema Essen ein entspannteres geworden ist. Ich muss mich sehr zusammenreißen nicht vor Freude auf meinen Stuhl zu hüpfen, wenn das Abendessen kommentarlos gegessen wird.

Das war nun sehr viel Werbung für Carrots for Claire. Ich bin eben ein großer Fan. Vor allem von ihren Zuckeralternativen.

Urlaub mit Stoffwindeln – die Planung

Wir planen unseren 14-tägigen Urlaub mit Stoffwindeln. Bisher waren wir erst ein Mal mit Stoffies unterwegs. Das war das lange Osterwochenende. Damals hatten wir natürlich nach 4 Tagen einen riesigen Wäscheberg. Ich mochte die nassen Windeln nicht tagelang in irgendwelchen Taschen oder Tüten dünsten lassen, weshalb ich sie also erstmal ausspülte und dann aufhängte. So hing das Bad voll mit ausgespülten Windeln. Speziell die Nachtwindeln (Höschenwindeln) erwiesen sich als sehr sperrig, weil diese ja sehr langsam trocknen.

Nun ist einiges schon dadurch leichter, dass wir in diesem Urlaub immer eine Terrasse haben und generell mehr Platz, sprich auch ein extra Zimmer. Außerdem ist es locker mal 10 Grad wärmer als an Ostern (hoffe ich zumindest), was die Trockenzeit verringert.

Trotzdem habe ich nach der ersten Erfahrung großen Respekt vor der Windelmenge, die wir verbrauchen werden. Deshalb möchte ich das Vorhaben ein wenig besser organisieren.

Hier nun also meine Planung und in einem späteren Eintrag werde ich dann berichten, wie es tatsächlich lief.

  1. In den Koffer dürfen:
    • Unsere Prefolds und Einlagen (ca 10 Stück + Booster)
    • einige Mullwindeln (die sind schließlich multifunktional)
    • all unsere Überhosen (6 Stück)
    • Windelmanufaktur
      • Außenwindeln (2 Stück)
      • Innenwindeln (3 Stück)
    • Waschlappen und Einmalwaschlappen
    • Der große Wäschesack von Charlie Banana und unsere Wetbags
    • Wegwerf-Vlies
  2. Ich habe beschlossen zumindest 2 Packungen (36 Stück) Flip Einwegeinlagen mitzunehmen. Diese können wir mit unseren Capri Überhosen verwenden.
  3. Außerdem stimme ich mich schon mal darauf ein, dass wir im Urlaub eventuell auch Wegwerfwindeln benutzen werden. Hier möchte aber gerne Naty oder wenigstens Moltex nehmen.
  4. Waschen müssen wir in den 14 Tagen mit 2 Kindern außerdem sowieso. Aber bestimmt nicht öfter als alle 5 Tage. Mit den Einmaleinlagen und unserem Prefold / Überhosen – System sollte das machbar sein.
  5. Zuhause bleiben auf jeden Fall die Höschenwindeln und auch die Pockets. Nachts werde ich auf Windelmanufaktur und Wegwerfwindeln setzen.

Der Lütte hatte noch nie eine WWW am Popo und das finde ich wirklich schön. Das Kleben der Plastikwindeln am Motten-Baby in den warmen Sommermonaten war ein Grund auf die Stoffies umzustellen und deswegen tue ich mich sehr schwer damit ausgerechnet im Sommerurlaub auf diese zu verzichten. Mit den geplanten Kompromissen kann ich aber, denke ich ganz gut leben. Mal sehen wie’s läuft…

Beikoststart und Baby Led Weaning reloaded

Kaum zu glauben, aber unser Kurzer wird nun bald 6 Monate alt und nun geht es schon richtig los mit der Beikost.

Für mich geht das alles viel zu schnell. Ich wollte mich vor Ende des 6. Monats eigentlich gar nicht mit dem Thema befassen. Beim Großen fingen wir mit 6 Monaten ganz langsam an ihm Essen zu präsentieren.

Der Kurze ist aber schneller, vielleicht weil er so fixiert ist auf seinen großen Bruder, ihm was nur irgend geht auch nachmachen muss.

Er krabbelt ratz fatz zum Esstisch, wenn jemand anfängt zu decken. Und dann gibt es Theater, wenn er nicht hochgenommen wird. Sobald er auf dem Schoß sitzt, stürzt er sich auf alles was erreichbar ist oder scheint.

Das macht er nun schon seid einigen Wochen so. Er ist auch schon früh mobil gewesen, hat sich schnell gedreht und kommt schon fast alleine zum Sitzen. Auf dem Schoß kann er sich auch einige Zeit gut halten. Wir werden also demnächst anfangen ihn für einige Minuten in den Hochstuhl zu setzen.

Nun sind wir also wieder beim Thema breifrei, sprich Baby Led Weaning. Auf der Suche nach Informationen über Kuhmilch und Alternativen bin ich dann über diesen großartigen Artikel von „gewünschtetes Wunschkind“  gestoßen. Der Artikel ist nicht wirklich neu (von 2014), aber er viel in eine für mich Beikostfreie Babyzeit, weshalb ich ihn erst jetzt entdeckt habe. Nun schlage ich wie damals die Hände über dem Kopf zusammen und schreibe entsetzt diesen Blogeintrag.

In dem Artikel wird mit sehr vielen Ammenmärchen und Missverständnissen rund ums Stillen und die Beikosteinführung aufgeräumt und das ganze noch super durch Quellen belegt.

So wird zum Beispiel erklärt, warum laut DGKJ nach dem 4. Monat mit Beikost angefangen werden soll (die Empfehlung richtet sich tatsächlich an Babys, die nicht gestillt werden).

Auch wird das beliebte Eisenthema aufgegriffen. Die berühmte Studie, die belegen soll dass Stillkinder zu wenig Eisen bekommen wird „auseinandergenommen“: Stillkinder haben einen geringeren Eisenwert als Kinder, die Pre-Nahrung bekommen, dies liegt aber in erster Linie an dem sehr hohen Eisengehalt der Pre-Nahrung und beweist keinen Mangel der Stillkinder.

Außerdem wird auf Sponsoren aus der Gläschen-Industrie der jeweiligen Studien und Kongresse der DGKJ hingewiesen (auch nicht unwichtig).

Wir vertrauen unserem Kurzen und achten auf eine gesunde Ernährung: viel Obst und Gemüse, wenig Salz, kein Zucker und auch, wenn möglich, kein weißes Mehl).

Er hat so viel Spaß beim Essen und ist stolz wie Bolle, wenn er wie der Große essen kann.

 

Feuchttücher

Folgender Dialog geht mir nicht aus dem Kopf, wenn ich an Feuchttücher denke:

„Wie, Du machst Deine Feuchttücher selbst? Wie machst Du das?“

– „Ich befeuchte Tücher“

So gepostet in einem Babyforum von einer Mama deren Name mir schon lange wieder entfallen ist. Das Zitat bekam ich aber nicht mehr aus dem Kopf. Die Frage hätte damals von mir sein können und die Antwort ist nun ja mal tatsächlich so einfach wie banal: Wir befeuchten Tücher.

Deswegen ist heute mal wieder ein Stapel Waschlappen von der Nähmaschine gehüpft.

feuchttücher

Da wir bei der großen Motte unterwegs eigentlich nie etwas sauber machen mussten,  waren Waschlappen für unterwegs auch kein Thema. Die Hände hatte ich allerdings immer schon mit Tüchern und Wasser gesäubert. Zuhause hatten wir auf raten der Hebamme von Anfang an Waschlappen benutzt.

Der Kurze hatte bis vor Kurzem ähnliche Gewohnheiten. Es gab nur ca. einmal die Woche volle Windeln. So ein Kind zu stoffwindeln ist natürlich Pipifax.

Das hat sich nun allerdings mit 5 Monaten drastisch geändert. Neuerdings wechsle ich die Windel alle eineinhalb bis zwei Stunden, weil er lustig reinkullert. Ich bin sehr froh, dass das alles so super funktioniert, aber es ist doch ein Tick mehr Arbeit als zuvor.

Auch funktioniert mein auserkorenes Stoffwindelsystem, die „Prefold-Überhose Variante“ nur mäßig gut mit MuMilch-Stuhl, aber ich schweife ab.

Nun kommt die heißgeliebte SkipHop Box für unterwegs doch noch zum Einsatz. Und die neue werde ich mir nun wohl auch besorgen, endlich mal wieder ein Grund zu Shoppen. Und wenn man schonmal bestellt, wandert vielleicht noch eine Pocketwindel in den Korb…

Stillstart mit dem zweiten Baby

Im Dezember 2015 bekamen wir unseren zweiten Schatz. Termingerecht, stark und gesund durfte er sehr romantisch im Geburtshaus das  Licht der Welt erblicken. Wir haben sofort gestillt und haben wenige Stunden später schon im eigenen Bett gekuschelt. Das Stillen klappte super, aber die Schmerzen waren wieder da.
Vorerst half auch kein Magnesium (Raynaud-Syndrom), was mich sehr verunsicherte. Bei der Motte hatte ich dies  nach ca. 8 Wochen erkannt und die Schmerzen waren weg. Hier hatte ich davon berichtet. Auch dieses Mal konnten die Hebammen kaum helfen. Ich muss es an dieser Stelle einfach noch mal sagen: nicht jede gute Hebamme ist eine gute Stillberaterin, was überhaupt nicht schlimm ist, solange sie ihre Frauen über Stillberatungen der La Leche Liga oder IBCLC aufklärt; finde ich.
Am Ende haben wir uns auch dieses Mal selbst durchgeboxt. Ich habe mir zusammengereimt, dass die Schmerzen von einer Kombination aus Babys „Fluchtkinn“ , das sich aber noch ausbildete, und meinem Reynold Syndrom herrührten.
So hielten wir weiter durch und es wurde von Woche zu Woche langsam besser. Auch sehr geholfen hat Heilwolle (wiederum ein Tipp der Hebamme).

Neu dazugekommen ist der Milchstau. Scheinbar reagiere ich relativ schnell auf Stress.
Der erste Milchstau wurde eine Brustentzündung und das passierte noch im Wochenbett. Zum Glück, würde ich sagen, denn so hatten wir die Hebamme noch regelmäßig zu Besuch. Nach 24 Stunden stillen und kühlen (Quarkwickel nach dieser wunderbaren Anleitung)  im Wechsel und viel Ruhe ging es besser.Auch geholfen hat Mercurialis Perennis von Weleda.
Mit zwei Kindern ist doch einiges anders und der Große musste gerade während des Wochenbetts zurückstecken.  Das stresste mich am meisten, aber inzwischen sind wir alle sehr viel entspannter.

Eine weitere neue Erfahrung auf die ich gut hätte verzichten können, war eine direkte Folge des Milchstaus/Brustentzündung: der Kurze nahm ab. Scheinbar wurde meine Milch weniger. Ich nahm dann  Dr. Pandalis Aktivierter Bockshornklee (z.B. hier) und legte wieder sehr häufig an. Nach 2 Tagen war alles wieder gut. Auch hier half die Hebamme. Sie machte mir Mut und sagte, dass es keinen Grund gäbe wieso die Milchmenge nicht wider zunehmen sollte, denn bis zum Milchstau hatte der Kurze immer sehr gut zugenommen. Zuversicht und Vertrauen in die Natur und den eigenen Körper waren für mich in dieser Situation am wichtigsten und auch am schwierigsten zu bewahren. Es klingt banal, aber ich brauche hier den Zuspruch von außen sehr – dem Mann gebührt hier auch ein dickes Lob.
Was mir überhaupt nicht gut tut in solch einer Situation sind Kinderärzte, die sofort zufüttern wollen, weil „ein Fläschchen schließlich nicht schadet“. Ich kann mir auch sehr gut vorstellen, dass ich damit nicht allein bin. Oft fehlt Ärzten , zumindest denen, die ich kennengelernt habe, hier die Weitsicht. Die Produktion der Muttermilch muss durch häufiges Anlegen  des Säuglings angeregt werden, ist das Baby satt vom Fläschchen passiert das unter Umständen nicht, und die Milch wird weniger.
Natürlich muss man immer abwägen und genau hinschauen wie es dem Baby geht, aber ich habe die Erfahrung gemacht, das Hebammen hierfür unerlässlich sind, weil sie die Gesamtsituation viel besser einschätzen können (vielleicht auch wollen) und weil sie Mutter und Baby als Einheit betrachten.
Natürlich gibt es viele Mütter, die mit der sogenannten Zwiemilch – Ernährung, also Flasche und stillen glücklich sind, aber für mich war das nicht der gewünschte Weg. So bin ich sehr froh, dass wir auch den Zweiten „Milcheinbruch“ überstanden haben:

Die ganze Familie wurde von der Grippe erwischt, ja alle gleichzeitig. Mich erwischte es am Schlimmsten und nach 5 Tagen Fieber und wenig Essen (ich musste mich zum Essen zwingen) ging die Milch wieder zurück und der Kurze trank schlecht. Er nahm wieder ab. Hier stand uns zum Glück  auch wieder die Hebamme zur Seite (obwohl das Wochenbett vorbei war). Sie riet zum vollen Programm: mindestens alle 3 Stunden stillen, oft die Seite wechseln und nach jedem Stillen pumpen und dem Kurzen die gepumpte Milch geben. Ergiebig war das Pumpen zunächst nicht, aber auch hier half wieder der Zuspruch von Außen. Auch der Kinderarzt half: statt zu wiegen und zum Zufüttern zu raten, sah er sich das kleine Kerlchen genau an, sah wohl dass er trotz Schnupfen und Husten stark war und verschrieb ohne zu zögern eine Pumpe.
Auch hier war nach 2 Tagen der Spuk vorbei und der Kurze trinkt wieder wie ein Weltmeister.

Gelernt habe ich auch dieses Mal wieder sehr viel, aber vor Allem: Hebammen sind unersetzlich! Ich hoff sehr, dass meine potenziellen Enkel nicht ohne diesen Berufstand auskommen müssen. Und dass sich die Situation für die Hebammen bald verbessert.

Susanne Mierau von Geborgen Wachsen hat vor einiger Zeit einen schönen Beitrag zur Wichtigkeit der Hebammenbetreuung verfasst.

 

 

 

 

 

 

Willkommen kleiner Bruder

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Im Dezember war es soweit: die Motte hat einen kleinen Bruder bekommen und ist mächtig stolz.

Das Wochenbett ist nun auch offiziell vorbei (mit dem Großen zuhause und Weihnachten war es diesmal ein kurzes Wochenbett).
So richtig reibungslos verlief unser Start diesmal leider auch nicht. Es war schon sehr viel einfacher als bei der Motte, vor allem, weil der Kurze reif und mit einem stattlichen Gewicht geboren wurde. Außerdem waren wir im Geburtshaus und konnten sofort wieder  nach Hause fahren, wo wir  von unserer Hebamme weiter betreut wurden.

Nun geht alles wieder von vorne los: stillen nach Bedarf, tragen im Tuch, ganz viel kuscheln im Familienbett. Ich habe nicht vor etwas anders zu machen als bei der Motte. Mit einer Ausnahme: dieses Mal wickeln wir Stoff. Und das macht riesig Spaß!

Autonom – Eine schlimme Phase ist überstanden

Wie man an diesem Blog unschwer erkennen kann, „erziehen“ wir unsere Motte sehr selbstbestimmt und hoffen, dass sie eine selbständige, willensstarke erwachsene Motte mit  einer großen Portion Selbstgefühl (nach Jesper Juul) wird. Wir sind also sehr stolz auf unsere Maus, so viel vorweg. Im Alltag sollten wir uns nun wahrscheinlich nicht wundern, dass  die von uns so sehr erhoffte Willensstärke auch mal zu Herausforderungen führt.  Ich schreibe hier mit etwas Abstand von den schwierigen letzten Wochen, die wirklich eine Herausforderung für die gesamte Familie war. Auch die Großeltern, die relativ weit weg wohnen, wurden nicht verschont; sie haben uns zum Glück ein wenig entlasten können.

Motte lebte schon  immer in Phasen, wie in „Oje, ich wachse“, von  Hetty van de Rijt beschrieben. So gab es im ersten Jahr Wochen ohne Weinen und dann wieder wochenlang wütendes Geschrei. So ging es im zweiten Jahr im Grunde auch weiter. Kurz vor den Weihnachtsferien, als wir alle urlaubsreif waren, wurden wir von der ersten heftigen Autonomie-Welle überrollt. Alles war schwierig, Motte hatte einen Wutanfall nach dem anderen. Es ging los beim Abholen von der KiTa , an Einkaufen am Nachmittag war nicht zu denken. Die obligatorische Laufradtour wurde begleitet von ständigem Gebrüll und Auf-der-Strasse-liegen, weil Mama mal wieder in eine andere Richtung oder nicht auf der Strasse fahren wollte. Wir versuchten alles mögliche, frühes Abholen von der KiTa, freie Tage und ruhige Tage, aber je mehr Zeit ich mit Motte verbrachte umso häufiger gerieten wir auch aneinander. Die Brüllattacken kamen häufig überraschend und dauerten nicht selten länger als 20 Minuten an. Motte ist dann völlig außer sich und lässt niemanden an sich heran. Es ist unmöglich ihn zu trösten und mir bricht es das Herz, dass ich ihm nicht helfen kann.

Das einzige was ein bisschen hilft ist das ich mir ins Gedächnis rufe: es ist nur eine Phase.
Und so war es dann auch: während der Weihnachtsferien hatten wir viel Trubel und Besuch und Motte war so gut drauf, wie selten. Wichtig ist dann die Phase bewusst zu geniessen, denn auch sie hört wieder auf. Inzwischen sind wir schon im neuen Trotz – entschuldigung, Autonomie-Schub.