Bericht über unseren Stillstart

Bei uns ist der Stillstart leider ein wenig Missglückt. Motte kam 4 Wochen zu früh und mir wurde im Krankenhaus empfohlen ihn lieber nicht sofort anzulegen. Ich wollte den Rat der Hebamme zunächst ignorieren. Ich wusste von Hannah Lothrop wie wichtig es ist das Baby so schnell wie möglich anzulegen. Mein Sohn hatte ausserdem schon sehr angestrengt versucht anzudocken und das wollte ich ihm nicht verwehren (Bauchgefühl). Nun brauchte ich aber Hilfe; das anlegen funktionierte nicht, der kleine Kerl bekam nichts zu fassen. Ich bat um Hilfe, aber niemand kümmerte sich um unsere Stillbemühungen. Es hieß jeden Moment kommt jemand mit einem Stillhütchen, aber es kam niemand. Motte wurde unter dessen immer  müder und schlief bald ein. So schlief und schlief er. Am nächsten Morgen (leider immer noch im Krankenhaus) ging es dann weiter. Immer wieder bat ich um Hilfe, eine Schwester versuchte uns ein wenig zu helfen, aber ohne Erfolg und verschwand wieder. Relativ verzweifelt rief ich meine Hebamme an, die uns sagte wir sollen sie sobald wie möglich bei uns zu Hause treffen. Wir entließen uns dann selbst (nicht so einfach mit einer Frühgeburt, wobei Motte fit wie ein reifgeborenes Baby war) und fuhren schnellstmöglich nach Hause.

Motte schlief und schlief. Die Hebammen weckten ihn, ich pumpte und er „trank“ aus einer Spritze.  Er wachte einfach nicht auf zum Trinken, wir zogen ihn bis auf die Windel aus, damit er beim Trinken wach blieb. Das ging im 3-4 Stunden – Takt. Er wachte einfach nicht von alleine zum Trinken auf. Mit jedem Tag wurde er ein bisschen fitter. Nach ca 10 Tagen  dann endlich Geburtsgewicht. Die Hebammen sagten nun müsste ich ihn nachts nicht mehr wecken, er würde sich melden, wenn er Hunger hätte und entgegen meinem Gefühl probierten wir es aus. Am nächsten Tag hatte er wieder eine neig abgenommen. Nach diesen kleinen Schreck, ging es aber stetig bergauf. Ich weckte ihn so lange nachts bis ich sicher war, dass er genug zu trinken bekam

Zu diesem kleinen Wochenbett-Drama kamen dann noch gut gemeinte Ratschläge der Elterngeneration der Form „er wird sich schon melden, wenn er Hunger hat“ oder „lasst ihn doch in Ruhe“ hinzu. Hätte ich darauf gehört, wäre mein Kind im Schlaf verhungert.

Ich bin mir sicher, hätte man uns damals beim ersten Anlegen geholfen, wäre alles anders gekommen. Ich hätte ich dies mehr einfordern müssen. Denn: Motte war nur für seine erste Stunde wach und aufmerksam. Erst als er nichts zu trinken bekam viel er in diesen tiefen Schlaf.

2 Gedanken zu “Bericht über unseren Stillstart

  1. Tja das leidige Thema Stillen im Krankenhaus! Wieder ein Beispiel, wie sehr Hebammen bei und nach der Geburt gebraucht werden. Sie haben richtig gehandelt und durchgehalten mit ihrer eigenen Meinung/ Bauchgefühl! Hätte meine Frau es nicht besser gewusst hätte die Krankenschwester es auch unnötig schwer gemacht! Beim zweiten Kind waren wir im Geburtshaus, also in obhut einer sehr erfahrenen Hebamme, das sind solch große Unterschiede, dass es immer wieder unbegreiflich ist, wie im Krankenhaus gehandelt wird. Und was alles mit vermeindlicher Sicherheit unter den Tisch gekehrt wird.

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    • Ganz genau, so ist es. Wir hatten ja auch nie vor ins Krankenhaus zu gehen, der Kleine hatte es nur zu eilig. Natürlich kann man Glück haben und im Krankenhaus eine schöne Geburt erleben, aber das hängt eben sehr von den einzelnen Personen ab.

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